Künstliche Intelligenz als technische UND ethische Herausforderung?!

Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Rahmen eines dreistündigen Online-Workshops mit ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI).

Die Katze möchte nach einem erfolgreichen Beutezug ins Haus, sie trägt eine tote Schlange im Maul. Wie immer steuert sie zielsicher die Katzenklappe an. Diese bleibt ihr allerdings verschlossen. Als sie die Schlange ablegt, kann sie ungehindert das Haus betreten. Sitzt da den ganzen Tag ein Mensch am Bildschirm, wartet gelangweilt, bis die Katze heimkommt, und öffnet dann die Tür? Nein, dafür ist ja Künstliche Intelligenz da! Doch welche Schattenseiten bringt diese Technologie mit sich?

Als eine von nur zwei österreichischen Schulen wurde die HTL Mössingerstraße im Mai für eine Studie des Interdisziplinären Forschungszentrums für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) Graz in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) ausgewählt. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus der 4AHEL und der 4CHEL beschäftigten sich in Form von Arbeitsaufträgen im Rahmen eines dreistündigen Online-Workshops mit ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI).

Der Ausgangspunkt des Workshops war ein Zukunftsszenario der Schule in wenigen Jahren, in dem Lehrpersonal sowie Schulstandort der Vergangenheit angehören, weil die Lernenden von einer zentralen KI mit Input, Aufgaben und Bewertungen versorgt werden. In diesem Gedankenexperiment leiteten MMag. Dr. Anita Thaler und Mag. Dr. Julian Anslinger vom IFZ Graz die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Teams-Konferenz und unter Zuhilfenahme unterschiedlichster Methoden dazu an, sich Gedanken über die ethischen Herausforderungen eines solchen Szenarios zu machen. Die Bandbreite der Wertediskussion war dabei immens: Von Privatsphäre und Datenschutz sowie Meinungsfreiheit über die möglichen wirtschaftlichen Folgen wie vermehrte Arbeitslosigkeit bis hin zu den unbewusst einprogrammierten Vorurteilen der KI reichten die Bedenken der Lernenden. Die damit verbundenen Hoffnungen und Sorgen führten zum Bewusstsein von derzeit noch bestehenden Lücken in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Fazit: Diejenigen, die die KI trainieren, müssen insbesondere auf die Qualität der eingegebenen Daten achten, damit es nicht zum „garbage in, garbage out“-Phänomen kommt. Darüber hinaus wird weiterhin einen „Human in the loop“, einen menschlichen Verantwortlichen in automatisierten Entscheidungsprozessen, geben müssen. Auch braucht es konstantes Monitoring der KI, im besten Fall von unabhängiger Seite.
Durch Workshops wie diesen sind unsere Schülerinnen und Schüler sicher bestens auf ethische Herausforderungen in ihrer beruflichen Zukunft in der Technik vorbereitet, wie die 4AHEL und die 4CHEL gerne bestätigen werden. Auch die teilnehmenden Lehrpersonen Dipl.-Ing. Dr. Pierre Elbischger von fachtheoretischer Seite, Mag. Cornelia Gigacher als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Gender und Diversity an HTLs“ des BMBWF und Mag. Gerda Wobik als Ethiklehrerin sowie Abteilungsvorstand Dipl.-Ing.Harald Grünanger konnten ihren Horizont im Bereich Künstliche Intelligenz klar erweitern. Danke für die tolle Zusammenarbeit!
 

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