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Lehrausgang der 2BHET zur Loibl-Gedenkstätte mit Dr. Peter Gstettner

Am 11. Mai 2017 machte die Klasse 2B der Abteilung für Elektrotechnik unter der fachkundigen Betreuung von Dr. Peter Gstettner, Dr. Gerti Malle und Mag. Willi Seidl vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška einen Lehrausgang zur Loibl-Gedenkstätte.

Loibl 17 01

Loibl 17 02

Das KZ Loibl war ein Außenlager des KZ Mauthausen, wo von 1943 bis 1945 - aufgeteilt auf ein Nordlager (Kärnten) und ein Südlager (Slowenien) - 1.800 Menschen geschunden wurden und ihre Arbeitskraft dem Zweck diente, den Tunnel zu graben. 39 Menschen unterschiedlicher Nationen ließen an der - wie von den ehemals Deportierten genannten - „Baustelle des Todes“ ihr Leben.

Auf dem Weg zur Gedenkstätte teilte Dr. Gstettner, einer der Initiatoren für die Aufarbeitung dieses lange verdrängten und dunklen Stücks Kärntner Zeitgeschichte, sein profundes Wissen mit den Schülern und erinnerte uns alle daran, wie wichtig es ist, „Erinnerungsarbeit“ zu leisten, damit die unfassbaren Gräuel des NS-Terrorregimes und der couragierte Widerstand der Häftlinge niemals in Vergessenheit geraten und die Opfer der Nationalsozialisten retrospektiv ein würde- und respektvolles Andenken erhalten.

Am Ende der Loiblpassstraße angekommen, führte uns Dr. Gstettner zum Ort des Grauens und erklärte uns anhand historischer Fotografien, wie das KZ ausgesehen hatte, und welch beispiellose Willkür und Brutalität im Lager herrschten. Anschließend fuhren wir auf die slowenische Seite und erfuhren dort weitere Details zum Südlager. Den Abschluss bildete ein kurzes Innehalten neben dem ehemaligen Krematorium und einer - im Gedenken an diese leidvolle Zeit und Mahnung wider der Gleichgültigkeit - errichteten Statue des Künstlers Boris Kobe.

Wie vielen von uns, war auch den Schülern bis zu Beginn unseres „Projekts“, im Zuge dessen nun ein Trailer über die KZ-Gedenkstätte entstehen soll, nicht bewusst, welche Geschichte sich hinter diesem Ort verbindet, den die Schüler nach diesem Lehrausgang bei einer zukünftigen Fahrt durch den Tunnel für immer mit anderen Augen sehen werden. Wir möchten uns als Klasse, jedoch vor allem als Menschen, bei Dr. Gstettner für seinen Idealismus und seine Bereitschaft bedanken, uns mit seinem Wissen und dem Teilen seiner Gedanken, Anstöße geliefert zu haben, die uns zeigen, wie wichtig Zivilcourage ist, und welch wunderbare Bedeutung das Wort „Freiheit“ hat.